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„Den Stein ins Rollen bringen…“ – wie die Ernährung bei der Behandlung von Harnsteinen helfen kann

Bei Urolithiasis (Harnsteinerkrankungen) von Hund und Katze gilt: „Stein ist nicht gleich Stein“. Die Harnsteintypen unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und in ihrer diätetischen Beeinflussbarkeit, was sich gut am Beispiel der beiden häufigsten Harnsteine verdeutlichen lässt: Struvit (Magnesium-Ammonium-Phosphat) kann mit der richtigen Diät vollständig aufgelöst werden. Beim Kalzium-Oxalat kann über die Ernährung hingegen maximal eine vorbeugende Wirkung erzielt werden. Einmal vorhanden, sind Ca-Oxalate nicht mehr diätetisch auflösbar. Urat und Cystin, die beide zwar regelmässig, aber deutlich seltener bei Hunden und Katzen vorkommen, erfordern meist eine Kombination aus medikamentöser und diätetischer Behandlung (siehe Tab. 1).

harnstein-hund-katze-intro

Klinische Symptome

Hunde und Katzen mit Harnsteinen präsentieren sich in der Praxis höchst unterschiedlich – von klinisch völlig unauffällig bis zum schwer gestörten Allgemeinbefinden. Die anatomische Position der Harnsteine entscheidet unter anderem darüber, wie therapeutisch vorzugehen ist: So kann eine Verlegung der Harnröhre zu einem hochschmerzhaften und lebensbedrohlichen Zustand führen, wenn kein Urin abgesetzt werden kann. Auf der anderen Seite kann selbst ein grosser Stein oder mehrere Steine in der Harnblase ein Zufallsbefund beim Röntgen sein, weil das Tier bis dato keinerlei klinische Probleme damit hatte.

Aufgrund der fortschreitenden Entwicklung minimal-invasiver Methoden zur Entfernung von Harnsteinen in der Human- und Tiermedizin, wird die „Chirurgie der grossen Schnitte“ für diese Indikation zu recht immer mehr zur ultima ratio (letzte Möglichkeit, wenn alle anderen Optionen ausgeschlossen sind). Aufgeklärte Tierhalter fragen zunehmend nach der am wenigsten belastenden Behandlungsmethode für ihr Tier. In diesem Rahmen sind vor allem auch die diätetischen und medikamentösen Möglichkeiten zu erwägen.

Welcher Stein ist es?

Eine unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche diätetische Behandlung ist die korrekte Diagnose des Steintyps, denn die diätetischen Anforderungen sind durchaus unterschiedlich und teilweise sogar konträr (Tab. 1).

Gut zu wissen: Es gibt nur eine Massnahme, die unabhängig vom Steintyp für alle Harnsteinpatienten wichtig ist: die Harnverdünnung durch Steigerung der Wasseraufnahme.

Behandlung von Harnsteinen – kein Patentrezept

Die nachfolgende Tabelle fasst die diätetischen Empfehlungen für unterschiedliche Harnsteintypen zusammen. Zu beachten ist, dass auch die Begleitumstände eine entscheidende Rolle für das therapeutische Vorgehen spielen: So muss ein Struvit-Harnstein, der die Harnwege verlegt und akute Beschwerden verursacht, operativ entfernt werden, auch wenn er theoretisch diätetisch auflösbar ist.

Tabelle 1: Diätetische Anforderungen bei unterschiedlichen Harnsteintypen

Steintyp Diätetische Anforderungen Diätetisch auflösbar Anmerkungen (Empfehlung gemäss ACVIM 2016)1
Struvit
  • Harnverdünnung
  • Moderat ansäuernd (Urin pH < 6,5)
  • Proteingehalt moderat
  • Mg und P reduziert, aber bedarfsdeckend
ja Diätetische Behandlung ist das Mittel der Wahl, da hoch-effektiv (Auflösung meist innerhalb von 2-5 Wochen möglich2)
Ca-Oxalat
  • Harnverdünnung!!! (75% Feuchtigkeit in der Ration)
  • Schwach alkalisierend (pH 6,2-6,54)
  • Ca bedarfsdeckend, kein Überschuss
  • Keine Vitamin C Supplemente (ist Vorläufer von Oxalat)
  • Protein bedarfsdeckend (Überschuss vermeiden)
nein Nur prophylaktisch. Zur Vermeidung von Rezidiven: Urinkonzentration senken (spez. Gesicht < 1.020); zu vermeiden sind: deutlich sauren Urin (pH < 6) und Proteinüberschuss1,4
Urat
  • Harnverdünnung
  • Proteingehalt (moderat) reduziert*
  • Purinarm (eher pflanzliche Eiweissquellen, keine Hefe)
  • Alkalisierend (Urin pH 7-7,5)
Ja (ggf. + Medikament) Diätetische Behandlung empfohlen, Erfolg in 2/3 der Fälle; ggf. kombiniert mit Gabe von Allopurinol (Auflösung innerhalb von 4 Wochen möglich1).
Cystin
  • Harnverdünnung
  • Protein reduziert
  • Alkalisierend (Urin pH 7,5)
Ja (ggf. + Medikament)

Diätetischen Auflösung beim Hund empfohlen. Meist liegt genetisch bedingte Cystinurie zugrunde; Diät + Medikament zur Erhöhung der Cystin-Löslichkeit (Tiopronin) = 100 % Erfolg in eine kleinen Studie mit 18 Hunden3

Katze: Cave Verträglichkeit von Tiopronin

 

*bei Auswahl purinarmer Eiweissträger etwas höherer Proteingehalt in der Ration möglich.

Kniffelige Fälle

Mischsteine: Etwa 6 und 8 % aller Harnsteine sind so genannte Mischsteine. Die Analyse ergibt mehrere Komponenten, z.B. Struvit und Ca-Oxalat. Ein therapeutisches Dilemma, zumal davon ausgegangen wird, dass die hohe Inzidenz der Kalziumoxalate bei der Katze erst durch die flächendeckende Verwendung von Futtermitteln zur Vermeidung von Struvit (stark ansäuernd, magnesiumarm) zustande kam. Eine Diätnahrung, die gleichzeitig Struvit auflösen und der Bildung von Oxalatsteinen vorbeugen soll, sollte die folgenden 3 Bedingungen erfüllen:

  • moderat harnansäuernd: 7 ist ein neutraler pH Wert, Struvit geht ab einem pH von < 6,5 in Lösung, das Risiko für Ca-Oxalat soll mit stärkerer Ansäuerung steigen (< pH 6,2)
  • eine Harnverdünnnung garantieren, z.B. durch eine hohen Wassergehalt bei Feuchtnahrung oder eingeweichter Trockennahrung oder einen erhöhten Salzgehalt in der Nahrung, der die Harnsteinpatienten zum Trinken anregt.
  • Magnesiumgehalt bedarfsdeckend und ausgewogen (Überschuss vermeiden). Denn einerseits ist Magnesium zwar ein Baustein des Struvit, andererseits verbessert es als „Lösungsvermittler“ durch Hemmung der Kristallbildung die Löslichkeit von Ca-Oxalat im Urin.


Mehrfacherkrankungen:
Bei vielen Hunde- und Katzenpatienten sind die Harnsteine ein Dauerproblem, die Rezidivrate ist leider relativ hoch (bei Ca-Oxalat gemäss Angaben aus der Literatur bis zu 60%4). Daher wird eine Harnstein-Diät nicht selten jahrelang gefüttert. Es wird empfohlen, spätestens alle 6 Monate zu überprüfen, ob die Diät weiterhin gefüttert werden kann oder muss. Problematisch kann es bei folgenden Begleiterkrankungen werden: Chronische Nierenerkrankungen, Futtermittelallergie, Übergewicht, Pankreatitis, Hyperlipidämie sowie bei Herz- oder Lebererkrankungen mit Neigung zu Ödembildung. Spezialnahrungen, die diese zusätzlichen Gesundheitsprobleme mitberücksichtigen, sind bereits auf dem Markt (z.B. ROYAL CANIN Multifunction Urinary-Satiety oder Urinary-Hypoallergenic). 2019 wird das URINARY Sortiment von ROYAL CANIN um Senior-Produkte erweitert, die eine Alternative für weitere Kombi-Erkrankungen sein können.

Fazit

Bei Harnsteinerkrankungen von Hund und Katze gibt es keine Patentlösungen. In jedem individuellen Fall muss im Rahmen einer gewissenhaften diagnostischen Aufarbeitung entscheiden werden, ob eine rein diätetische Behandlung möglich und sinnvoll ist. Aufgrund der hohen Rezidivrate, die Harnsteine nicht selten zu einem Dauerthema für den jeweiligen Patienten machen, muss mit dem Auftreten von Begleiterkrankungen gerechnet und diese diätetisch berücksichtigt werden. Daher empfiehlt sich eine Kontrolle der Therapie bei allen – auch den gut eingestellten – Harnsteinpatienten alle 6 Monate. Darauf wird der Tierhalter gemäss futtermittelrechtlichem Pflichttext auf der Verpackung von Harnsteindiäten hingewiesen.

 

Autor: Claudia Rade, bearbeitet von Tierbedarf Discount
Mit freundlicher Zurverfügungstellung von Royal Canin

 

Literatur:

  1. Lulich JP, Berent AC, Adams LG, Westropp JL, Bartges JW, und CA Osborne (2016): ACVIM Small Animal Consensus Recommendations on the Treatment and Prevention of Uroliths in Dogs and Cats. J Vet Intern Med 2016; 30: 1564–1574.
  2. Lulich JP, Kruger JM, Macleay JM, et al. (2013):  Efficacy of two commercially available, low-magnesium, urine-acidifying dry foods for the dissolution of struvite uroliths in cats. J Am Vet Med Assoc 2013; 243: 1147–1153.
  3. Osborne CA, Sanderson SL, Lulich JP, et al. (1999): Canine cysteine urolithiasis: Cause, detection, treatment, and prevention. Vet Clin N Amer: Sml Anim Pract 1999; 29: 193–211.
  4. Hesse A und R Neiger (2008): Harnsteine bei Kleintieren. Enke Verlag, Stuttgart, S. 73
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